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Finale Fassung von W.E. mit neuer Ballade von Madonna?
Obwohl Madonnas Film W.E. bereits bei drei verschiedenen Filmfestivals vorgeführt worden ist, scheinen weiterhin Änderungen an der für die Kino- Veröffentlichung vorgesehenen Fassung vorgenommen zu werden. So gab Madonna bereits in Venedig im Interview zu, dass der Film vielleicht hier und da noch etwas Nachbesserung brauche und die Arbeit daran noch nicht komplett abgeschlossen sei. Dabei handelt es sich jedoch nicht etwa um ein ungewöhnliches Vorgehen. Denn solche einmalige Vorführungen werden gerne genutzt um die Reaktion von Publikum und Kritikern zu testen. Zudem wurde in Kritiken explizit darauf hingewiesen, dass sich die angeblichen Mängel leicht durch einen veränderten Schnitt beseitigen ließen.
Nach der Premiere in Toronto wurde schließlich in einigen Medien berichtet, Madonna habe sich mit Harvey Weinstein darauf verständigt, den Film noch einmal nachzuschneiden und um etwa zehn Minuten zu kürzen. Ob diese Meldung wahr ist, ist bislang unklar. Bei der Premiere in London wurden zumindest noch keine auffallenden Veränderungen bemerkt. Eine Quelle, die bereits Details zum neuen Album von Madonna veröffentlicht hat, hat allerdings auch erwähnt, dass inzwischen eine veränderte Fassung des Films vorgelegt worden sei. Bereits kurz vor der Premiere in London hatte die eine Nebenrolle in W.E. spielende Patricia Stark getwittert, dass sie neun weitere Sätze eingesprochen habe, die nun den Film einleiten sollen.
Zu diesen Meldungen gesellt sich eine weitere Information, wonach der Soundtrack zu W.E. auch eine neue Ballade von Madonna enthalten soll. Bislang war kein Song von Madonna im Film zu hören. Möglicherweise war dies bewusst so geplant, um eine zu frühe Verbreitung des Songs zu verhindern. Produziert wurde besagte Ballade wahrscheinlich von William Orbit. Immerhin wurde in der Presse zunächst berichtet, er zeichne sich für den Soundtrack zu W.E. verantwortlich. Und Gerüchte besagen, dass Madonna sich erst dazu entschlossen habe mit Orbit an ihrem nächsten Studioalbum zu arbeiten, nachdem bereits erstes Material für den Film zusammen aufgenommen worden war. Auch wenn der Wahrheitsgehalt dieser Aussage noch ungewiss ist, erscheint dies durchaus plausibel. Ob der neue Song auch auf Madonnas Studioalbum enthalten sein wird, sei noch nicht entschieden. Schließlich ist davon auszugehen, dass sich der Stil deutlich von den Aufnahmen für ihr Studioalbum unterscheidet. Doch egal wie in diesem Punkt entschieden wird, ist zumindest zu hoffen, dass es eine reguläre Veröffentlichung als Single geben wird. Da W.E. in den USA schon am 9. Dezember im Kino anläuft, wäre damit noch in diesem Jahr zu rechnen. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es neue Infos dazu gibt!
Madonna stellt W.E. beim Filmfestival in London vor
Am vergangenen Sonntag drehte sich wieder einmal alles um W.E. – Madonnas ehrgeizigem Filmprojekt, bei dem sie als Regisseurin und Drehbuchautorin agierte. Nach den bereits absolvierten Premieren in Venedig und Toronto war Madonna besonders stolz, ihr Werk nun auch im Rahmen des diesjährigen Filmfestivals in London präsentieren zu können. Die Gründe, die sie hierfür anführte, leuchten ein: Denn es ist nicht nur so, dass sich seit vielen Jahren ihr Lebensmittelpunkt hier abspielt und der Film von einem Stück englischer Geschichte handelt, sondern auch die Film-Crew bestand vorrangig aus Briten, mit deren Arbeit sie sich ausgesprochen zufrieden zeigt.
Anders als bei den ersten zwei Premieren, fand beim Filmfestival in London keine Pressekonferenz statt, sondern Madonna erschien nur zur Vorführung des Films. Zuvor präsentierte sie sich auf dem roten Teppich, gab den Reportern fleißig Interviews und einigen glücklichen Fans Autogramme. Auf dem Weg ins Kino warf sie spontan Blumen, die sie kurz zuvor erhalten hatte (es waren keine Hortensien), in die tobende Menge. Als sie schließlich im Saal angekommen war, hielt sie eine amüsante Eröffnungsrede, bei der sie die anwesenden Darsteller einzeln auf die Bühne bat.
Hier könnt ihr euch ein Video der kompletten Eröffnungsrede anschauen:
Im Anschluss an die Vorstellung, die Madonna selbst mitverfolgte, stand sie der Organisatorin des Festivals Rede und Antwort, was die Entstehung von W.E. angeht. Daraus erfahren wir zum Beispiel, dass Madonna den Zuschauern ihres Films unter anderem folgendes mitgeben möchte: “So etwas wie die perfekte Liebe gibt es nicht und wer das glaubt, dem steht ein bösen Erwachen bevor. Wahre Liebe erfordert Kompromisbereitschaft.” Aber seht selbst:
Der vor allem mit Fans gefüllte Saal jubelte ihr immer wieder zu und war sichtlich erregt, Madonna so nah sein zu können. Auf einen Zuruf hin, der auf Lady Gaga anspielte, reagierte sie spitzzüngig mit den Worten „Lady who?“.
Madonna präsentiert W.E. beim Filmfestival in Toronto
Vergangenen Montag debütierte Madonnas Film W.E. in Nordamerika beim Filmfestival in Toronto. Die Medien feierten erneut einen glamourösen Auftritt von Madonna. Ähnlich wie in Venedig gab es zuerst eine Vorführung für die Presse, im Anschluss eine Pressekonferenz und am Abend eine öffentliche Filmvorführung. Dazu erschien Madonna in einem klassischen schwarzen Kleid, das ihre Figur voll zur Geltung brachte. Sie posierte jedoch nicht nur für die vielen Fotografen, sondern gab auch den aufgeregten Fans fleißig Autogramme. Unmittelbar vor der Filmvorführung würdigte Madonna die Leistung der Mitwirkenden und bedankte sich auch bei den freiwilligen Helfern des Festivals. Am Ende des Films reagierte das Publikum wie zuvor in Venedig mit Standing Ovations.
Die Kritiken fielen jedoch wieder sehr unterschiedlich aus. Während, wie in unserem letzten Artikel bereits erwähnt, viele Aspekte des Films positiv hervorgehoben werden, geht die Presse mit Anerkennung für Madonnas zweite Regiearbeit allgemein eher zurückhaltend um. Nutzten viele Reporter in Venedig die Gelegenheit noch Madonna persönlich anzugreifen, herrschte in Toronto immerhin eine sehr freundliche Atmosphäre. Von Madonna selbst gab es bei der Pressekonferenz folgende Stellungnahme zu den Kritiken:
“I can tell when people are reviewing my film and when they’re reviewing me personally. I welcome criticism of my film when it’s viewed as an artistic form and not when people are mentioning things about my personal life or my achievements in any other [areas] – because they’re irrelevant to the film. So when they stick to the film, then I do care.”
Dieses Video zeigt Madonnas Auftritt beim Filmfestival. Weitere Fotos und Videos aus Toronto findest Du hier.
Bisherige Kritiken
Betrachtet man die Gesamtheit der bisher veröffentlichten Kritiken, fällt auf, dass bestimmte Aspekte häufiger bemängelt werden. So wird vor allem behauptet, dass sich Madonna mit der Integration der 1998 stattfindenden Handlung und der parallelen Erzählweise keinen Gefallen getan habe. Inwieweit die hervorgebrachten Kritikpunkte jedoch für das Publikum relevant sind, bleibt abzuwarten, denn naturgemäß nehmen Kinogänger dabei eine andere Gewichtung vor. Ferner unterliegen derartige Einschätzungen immer der subjektiven Wahrnehmung und hängen von dem persönlichen Filmgeschmack ab. Schließlich soll es sich statt einem Mainstream-Film eher um Arthouse-Kino handeln, das insbesondere Menschen mit Sinn für Ästhetik und Romantik ansprechen dürfte.
Sicher ist auf jeden Fall, dass Madonna bei ihrem zweiten Film weder Aufwand noch Risiken gescheut hat. Wie der kommerzielle Erfolg sowie die kritische Würdigung am Ende ausfallen werden, ist im Augenblick noch nicht abzusehen. Die große Uneinigkeit und das breite Spektrum an Bewertungen verrät jedoch zwei Dinge: Madonnas zweites filmisches Werk sorgt für Zündstoff! Und selbst wenn der Film tatsächlich über einige Schwächen verfügt, scheint er weit von einem künstlerischen Fehlgriff entfernt zu sein. So erntete Madonna laut der DailyMail sogar Lob von Filmvirtuose Darren Aronofsky (“Black Swan”), der für seine außergewöhnlichen Werke bekannt ist:
“He called the film Madonna-esque, explaining it flowed with a rock ’n’ roll sensibility, and made the point that most period pictures are often static and dull. W.E. goes back and forth across the decades and there’s a dance to the music of time.”
Wer sich ein eigenes Bild von den Kritiken verschaffen möchte, findet eine große Sammlung einschließlich Kommentaren auf Deutsch bei uns im Madboard.
Die “Madonna-Festspiele” von Venedig: “W.E.”-Premiere
Verfasst von Sanctuary_MGN unter W.E. Film am 8. September 2011
Der 1. September 2011 wurde zu einem sehr bedeutenden Tag in Madonnas beispielloser Karriere: Sie stellte “W.E.”, ihre neue zweite Regiearbeit im Rahmen der 68. Filmfestspiele von Venedig vor und zugleich berichteten die internationalen Medien von den “Madonna-Festspielen”. Das Historiendrama um König Edward VIII, der einst den Thron für seine große Liebe Wallis Simpson aufgab, lief außerhalb des offiziellen Wettbewerbes. Madonna kam, umringt von zahllosen neugierigen Fotografen und Journalisten, in einem Boot zum Festspielort und gab mit dem “W.E.”-Cast eine halbstündige Pressekonferenz. Die Frage, ob sie selbst für „einen Mann oder eine Frau“ auf ihren Thron als Popkönigin verzichten würde, beantwortete Madonna selbstbewusst: Sie glaube, sie selbst könne alles haben – Thron, Mann und Frau. Zugleich erzählte Madonna, dass es sie schon immer interessiert habe, weshalb der König den Thron für Wallis Simpson aufgab und was vor allem so Besonderes an ihr gewesen sein muss.
Das anspruchsvolle Werk erhielt ein durchaus positives Echo. Zahlreiche Kritiken lobten Madonnas Regie, die Bildpräsenz und die Ausstattung des Films. Andere Kritiker waren besonders von der musikalischen Untermalung und den verwendeten filmischen Stilmitteln beeindruckt. Natürlich gab es – wie soll es bei einem neuen Madonna Release auch anders sein – auch sehr kritische Stimmen, die den Film mit einer Art Parfümwerbung verglichen und Madonna wenig Geschick für die Regie- und Drehbucharbeit attestierten. Doch das dürfte Madonna nicht sonderlich beeindruckt haben, waren die Madonna-Festspiele in Venedig für sie doch äußerst erfolgreich. Von der internationalen Presse wurde Madonnas glamouröser Auftritt gefeiert.
Zur öffentlichen Aufführung am Abend erschien Madonna noch einmal auf dem roten Teppich und wurde von tausenden Fans frenetisch gefeiert. Im Dezember wird “W.E.” in den USA anlaufen. Wir wünschen Madonna viel Glück für einen erfolgreichen Kinostart. Die Mission Venedig ist ihr jedenfalls schon einmal geglückt!

